Herkunft des Namens
"Gili" bedeutet in der Sprache der Sasak, der größten ethnischen Gruppe Lomboks, schlicht "kleine Insel". Zusammen mit Gili Meno und Gili Air bildet Gili Trawangan die "Gili Indah" — wörtlich "die schönen Inseln" — vor der Nordwestküste Lomboks.
Woher der Zusatz "Trawangan" stammt, ist nicht abschließend geklärt. Eine verbreitete Überlieferung führt ihn auf "Terangang" zurück, ein Wort, das mit den Meeresschildkröten in Verbindung gebracht wird, die einst zahlreich an den Stränden der Insel nisteten — bis heute ist Gili Trawangan für Sichtungen von Grünen Meeresschildkröten bekannt, die man beim Schnorcheln in Ufernähe begegnen kann.
Keine Autos, keine Motorräder
Auf Gili Trawangan gibt es bis heute keinerlei motorisierten Straßenverkehr. Statt Autos und Motorrädern prägen Fahrräder und Cidomo — traditionelle, von Pferden gezogene Kutschen — das Bild der Insel. Das ist keine touristische Inszenierung, sondern seit jeher gelebte Praxis, die der Insel ihr charakteristisch langsames Lebenstempo verleiht.
Der schmale, sandige Küstenweg, der einmal um die gesamte Insel führt, lässt sich in eineinhalb bis zwei Stunden mit dem Fahrrad umrunden — ein Erlebnis, das viele Gäste als eines der schönsten auf Gili Trawangan beschreiben.
Eine junge Siedlungsgeschichte
Anders als viele andere Ziele in Indonesien blickt Gili Trawangan nicht auf Jahrhunderte menschlicher Besiedlung zurück. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war die Insel weitgehend unbewohnt und diente allenfalls Fischern als gelegentlicher Zufluchtsort.
Erst 1971 begann mit der Anlage der ersten Kokosnuss-Plantagen eine dauerhafte Besiedlung der Insel. In den folgenden Jahren siedelten sich nach und nach Fischerfamilien an, die von den umliegenden Gewässern lebten. Die touristische Erschließung, wie man sie heute kennt, setzte erst deutlich später ein.
Vom Geheimtipp zum Tauchziel
In den 1980er-Jahren entdeckten die ersten Backpacker die Insel für sich — angezogen von den einfachen Unterkünften, dem türkisfarbenen Wasser und einer Ruhe, die auf dem benachbarten Bali zu dieser Zeit bereits schwerer zu finden war.
In den 1990er- und 2000er-Jahren wuchs Gili Trawangan zu einem der bekanntesten Tauch- und Schnorchelziele Südostasiens heran. Zahlreiche Tauchschulen ließen sich nieder, PADI-Kurse werden bis heute in großer Zahl angeboten, und die Riffe rund um die Insel gehören zu den artenreichsten der Region.
Korallenriffe im Wiederaufbau
Wie viele Riffe weltweit litten auch die Korallenriffe rund um Gili Trawangan unter Korallenbleiche, zerstörerischer Fischerei und den Folgen des Massentourismus. Seit 2001 engagiert sich der Gili Eco Trust, ein von lokalen Tauchbetrieben getragener Zusammenschluss, für den Schutz der Meeresumwelt der drei Gili-Inseln.
Seit 2004 kommt dabei die sogenannte Biorock-Technologie zum Einsatz: Unterwasser verlegte, schwach elektrisch geladene Stahlstrukturen regen das Wachstum von Kalkmineralien an, auf denen sich Korallen deutlich schneller ansiedeln als auf natürlichem Untergrund. Rund um Gili Trawangan sind inzwischen mehr als 150 solcher Riffstrukturen entstanden — eines der größten Projekte dieser Art weltweit.